Gips Bronze Kunst 50 Jahre Dr.-Hanns-Simon-Stiftung

Birgit Feil kreiert aus Kunststoff oder Beton zeitgenössische Menschenbilder, wie sie uns täglich im Straßenbild begegnen. Grundlage hierfür sind Tonmodelle, deren Negativform die Künstlerin in Acrystal oder Beton ausgießt  und später bemalt. Statt den Olymp repräsentieren ihre Figuren unser tägliches Umfeld. Annette Meincke-Nagys Köpfe, Büsten, sitzende und stehende Ganzfiguren aus Papiermaché ziehen aufgrund ihrer Attraktivität die Blicke der Betrachter magnetisch an. Gleichzeitig umgibt ihre Plastiken eine geheimnisvolle Aura, die Betrachter auf Distanz hält und die Werke unnahbar wirken lässt. Die Bildhauerin Yvonne Roeb erstellt in in aufwändigen handwerklichen Verfahren aus Materialien wie Gips, Keramik, Metall, Wachs, Silikon, Thermoplast, Acrystal und Pu-Schaum, faszinierende Objekte, die an menschliche Körperteile, Tiere, Mineralien und Pflanzen erinnern. Ihre skulpturalen Kleinode inszeniert die Künstlerin auf eigens für die Ausstellung angefertigten Tischen. So können Besucher Roebs Plastiken aus verschiedensten Perspektiven erleben und sich in ihren komplexen, bildhauerischen, einer Wunderkammer gleichenden Kosmos hineinsehen. Silvia Schreiber fertigt Gipsabgüsse von Tonmodellen. Anstelle von Bronze oder Kunststoff formt sie diese mit angefeuchtetem, farbigem Japanpapier aus, die sie später zu ihren filigranen, Papierskulpturen verklebt.  Den leichtgewichtigen Werken stellen wir die dazugehörigen Gipsformen in Gänze oder fragmentiert gegenüber. Von Caro Suerkemper zeigen wir neben einem mit Gipselementen verzierten, an das Zeitalter des Rokoko erinnernden Kanonenofen vier selbstvergessene, verzückte Tanzende aus Bronze. Diese stehen in der Tradition von Georg Kolbes 1911 fertiggestellter Tänzerin und erinnern auch an Agricolas beide Bronzen, die im Garten des Haus Beda stehen.